Muskelfaserriss

Ich laufe seit 30 Jahren und viele Male ist es mir passiert während eines Sprints plötzlich einen messerstichartigen Schmerz im Oberschenkel, der ihn sofort dazu zwingt, stehen zu bleiben. Die Beweglichkeit des Beins ist eingeschränkt.

Die Symptome eines Muskelfasserrisses sind nur schwer mit anderen zu verwechseln: Sie treten plötzlich und sehr stark auf und lassen sich nicht ignorieren, da sie nicht von allein nachlassen.

Muskelfaserrisse treten häufig auf, wenn sich der Patient vor sportlicher Belastung unzureichend aufgewärmt hat oder infolge von nicht erkannten oder nicht adäquat behandelten Muskelzerrungen. Schlechte intramuskuläre Koordination, muskuläre Dysbalancen oder Ermüdung begünstigen die Verletzung. Es kommt zur Ruptur einzelner oder mehrerer Muskelfasern, in Längs­ oder in Querrichtung.

Klinik 
Akut auftretender, stechender Schmerz, vom Schweregrad abhängige Dellenbildung in der betroffenen Muskulatur. Die aktive Bewegung ist stark eingeschränkt, schmerzfreie Belastung und normaler Bewegungsablauf sind oft nicht mehr möglich.

Diagnostik
-Druck­, Dehn­ und Anspannungsschmerz. 
-Schonhaltung, normale Bewegung der Extremität ist nicht möglich, Dehnung der betroffenen Muskulatur vermeiden. 
 Evtl. äußerlich sichtbares Hämatom.
-Im Frühstadium ist klinisch häufig eine Delle tastbar.

Differenzialdiagnostik 
Bei der Muskelzerrung bleibt die anatomische Struktur weitgehend erhalten. 

Therapie am Unfallort 
                       -Pause: Abbruch der sportlichen Aktivität; klinische Untersuchung, um die Verletzung zu beurteilen 
                       -Eis: Kühlung zur Schmerzlinderung und Ödem- reduktion, Kompressionsverband mit Eiswasser 
                       -Compression: Druckverband mit moderater Spannung für einige Stunden (Hämatomreduktion)
                       -Hochlagern: Hochlagern der betroffenen Extremität

Konservative Therapie 
-Der Muskel sollte für ca. 48 Std. in leichter Verlängerung ruhig gestellt werden
-Nach 48 Std. kann mit einer funktionellen Beübung bis zur Schmerzgrenze begonnen werden.
-Die Narbenbildung beginnt durch einen Fibroblasteneinstrom nach 24 Std. Die entstehende Narbe ist nach ca. 14 Tagen
 belastungsfähig.
-Nach zwei bis drei Tagen kann die Physiotherapie beginnen, zunächst mit Massagen, Lymphdrainagen, 
 Dehnübungen und  assistierten Bewegungen.

Prävention 
Das Risiko für einen Muskelfaserriss lässt sich durch Anpassen der Trainingseinheit an das persönliche Leistungsvermögen reduzieren. Begleitende Physiotherapie ist sinnvoll bei bekannten Muskelzerrungen und zur Sanierung von Irritationsherden. Auf ausreichende Trainings­ bzw. Wettkampfpausen sollte bei erhöhter Belastung geachtet werden


12.08.2018 / Gianni De Flaviis

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